Die romanische Krypta des Doms

Es hat gerade 16:30 Uhr an der astronomischen Uhr des straßburger Münsters geschlagen, als Sabine Bengel eine Gruppe von ungefähr 20 deutschen und elsässischen Kulturliebhaber in die Geheimnisse der romanischen Krypta einführt. Sie wird von Francis Klakocer begleitet, Vorsitzendem des straßburger Münstervereins, der mit einem Grußwort die Führung einleitet. Eine perfekte Gelegenheit um auf die unermüdliche Arbeit dieses Straßburger Vereins hinzuweisen, der 750 zahlende Mitglieder zählt… fast nichts neben den 18000 Mitglieder des Vereins, der für das Kölner Münster zuständig ist! Er verweist auf das unermüdliche und auf das kontinuierliche Engagement dieses straßburger Vereins, der mit seinen 750 Mitgliedern zahlreiche Führungen organisiert und dessen Mitgliedsbeitrag zu den günstigsten in Straßburg zählt.

Da ist sie nun, Sabine Bengel, die aus Kehl stammende Kunsthistorikerin der Münsterbauhütte Straßburg. Sofort nimmt sie die Besucher mit in eine Reise in die Zeit vor dem Münster, daß auf den Ruinen des vorherigen Baus gebaut wurde.

Tatsächlich ist es so, daß die Krypta zu den ältesten Teilen des Münsters gehört, zumal sie vor ihm da war. Der Sandstein, mal rosa, mal bunt, der für den Bau verwendet wurde, stammt aus den nahegelegenen Vogesen. Wobei, nahegelegen etwas gelinde gesprochen ist: 20 Kilometer, ohne moderne Annehmlichkeiten! Das soll erstmal jemand nachmachen! In ihrer Präsentation geht Sabine Bengel insbesondere auf den mittleren Teil des Glasfensters der Krypta mit seinem Engel aus dem 12. Jahrhundert ein. Eine Figur, die durch ihren etwas hieratischen Stil byzantinisch anmutet und ursprünglich im Chorraum zu finden war. Sie befasst sich mit den behauenen Säulen und den ältesten Steinen der Krypta, zu welchen sie detaillierte Erläuterungen gibt.

Trotz der Fülle an historischen Dokumenten, die im Stadtarchiv vom Münster und der Münsterbauhütte handeln, ist über die derzeitige Nutzung der Krypta, die unter anderem für Hochzeiten und Messen genutzt wird, nicht viel bekannt, da sie meistens für die Öffentlichkeit geschlossen und unzugänglich ist. Wer mehr darüber erfahren will ist gut beraten, auf das Buch zurückzugreifen, dass am 25. März an der straßburger Münsterbauhütte veröffentlicht wird. Da fragt man sich mit gutem Recht, ob in dieser Krypta auch Bischhöfe ihre letzte Ruhestätte gefunden haben: auf diese Frage hat Frau Bengel keine präzise Antwort außer, dass sich in der Johanniskapelle das figürliche Grab von Konrad von Lichtenberg befindet. Aber in der Gruft haben so manche Bischöfe ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Schließen wir diesen Artikel mit einem Gedanken an Johann Wolfgang von Goethe, der voll des Lobes für das Münster und sein Architekt Erwin von Steinbach (um das Jahr 1300 tätig) war. In einer Zeit, in der Gotik nicht mehr wirklich angesagt war zugunsten von Barock, versteht man besser woher die Verwunderung über ein solches Monument kam.

David Gantou-Ingold
Übersetzung: Francis Klakocer
Abb.: Roland Moeglin

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